Antisemitismus in den (digitalen) Medien: Medien und Verschwörtungstheorien

3. Dezember 2018 | Von | Kategorie: Jahrgangsstufe 9/10
Chemtrails, der Taxil-Schwindel und Antisemitismus in Musikvideos:
Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-WĂŒrttemberg an der Gemeinschaftsschule Brachenfeld in NeumĂŒnster
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Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter

Am Freitag, den 30.11.2018, war Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-WĂŒrttemberg zu Gast an der Gemeinschaftsschule Brachenfeld in NeumĂŒnster.

Nach der BegrĂŒĂŸung durch Schulleiter Herrn Thore Schwilp und Herrn Studienrat Nikolai KlotzbĂŒcher (Magister Artium) und Projektleiter fĂŒr das Projekt Schule gegen Rassismus und Schule fĂŒr Courage sowie Maike Vos, OberstudienrĂ€tin und Projektleiterin des Projektes Schule gegen Rassismus, folgte ein Impulsvortrag von Herrn Dr. Blume. Er war auf Initiative von Herrn KlotzbĂŒcher an die Schule gekommen und hatte am Vorabend einen Vortrag in Kiel gehalten und nahm mit Ministerin Karin Prien an einer Podiumsdiskussion teil. Nach dem Impulsvortrag im Theatersaal der Gemeinschaftsschule gab es zunĂ€chst noch eine ausgiebige Fragenrunde unserer SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. Dabei zeigten unsere SchĂŒler ein enormes Interesse, auch angesichts des anspruchsvollen Vortragsinhalts. Danach verteilten sich die 150 SchĂŒler der 10. Klassen auf vier Workshops. Die SchĂŒler waren bereits vorab anhand ihrer Erst- und Zweitwahl auf diese Workshops verteilt worden. Auch die RĂ€ume waren bereits vorab vorbereitet worden und die SchĂŒler konnten in den WorkshoprĂ€umen z.B. ein Musikvideo von Lisa Fitz anschauen und dieses im Anschluss bewerten.

Anhand prĂ€ziser Aufgabenstellungen von Herrn Dr. Blume und seinen RundgĂ€ngen und GesprĂ€chen mit den SchĂŒlern konnte eine fĂŒr den vorgesehenen Zeitrahmen intensive Erarbeitung der Themenaspekte erfolgen. Im Workshop 1 ging es um Chemtrails. Dort war die Frage, ob die Streifen am Himmel wirklich Gifte seien, mit denen wir ruhiggestellt werden sollten? Ebenso war hierbei von Interesse, warum der Glaube an Chemtrails schnell in antisemitische Gedanken fĂŒhre. Im Workshop 2 mit dem Musikvideo: „Ich sehe was, was du nicht siehst“ ging es um sprachliche Bilder, Anspielungen und Symbole in Liedern und Videos und wie man diese verstehen kann. Im Workshop 3 ging es darum, wie die damals modernen Medien genutzt wurde, um eine Weltdeutung zu transportieren und was dies fĂŒr unsere heutige Mediennutzung bedeute. Im Workshop 4 ging es um den sogenannten Taxil-Schwindel. Damit ist gemeint, dass es dem Franzosen Leo Taxil (1885-1897) gelang, frei erfundene Geschichten ĂŒber die Anbetung des Satans durch eine Gruppe der Freimaurer zu veröffentlichen, die zum Bestseller wurden. Die Frage war, wie sich solche Schwindel durchschauen lassen.

Herr Blume war immer ansprechbar und ging durch die Workshops und die beaufsichtigten Lehrer standen in den WorkshoprĂ€umen ebenfalls fĂŒr RĂŒckfragen zur VerfĂŒgung. Alle SchĂŒler hatten die Möglichkeit, im Internet zu recherchieren. Zum Abschluss der Veranstaltung stellten die einzelnen Workshopgruppen ihre Ergebnisse im Theatersaal im Plenum vor und Herrn Blume kam nochmals abschließend mit den SchĂŒlern ins GesprĂ€ch. Dass dieses Veranstaltungsformat auf großes Interesse traf, konnte man an dem ausgeprĂ€gten GesprĂ€chsbedarf der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wĂ€hrend und nach der Veranstaltung feststellen. Eine sichtlich gelungene Veranstaltung, um auf das aktuelle Thema des Antisemitismus aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass an einer großen Schule mit heterogener SchĂŒlerschaft dieses Veranstaltungsformat jahrgangsbezogen hervorragend umsetzbar ist. Eine wiederholte Einladung an Herrn Blume erging und er hat zugesagt, dass er noch sehr gerne öfters in den hohen Norden kommen werde und dass die Gemeinschaftsschule Brachenfeld absolut zurecht die Auszeichnung beste Schule bekommen hat.

prien

Ministerin Prien in Kiel mit Dr. Michael Blume und Lehrer Nikolai KlotzbĂŒcher

 

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