Karamba in der GemS Brachenfeld

24. Mai 2018 | Von | Kategorie: Lesenswertes, Oberstufe
Dr. Karamba Diaby MdB und Dr. Ralf Stegner zu Gast.

Dr. Karamba Diaby MdB, Bundestagsabgeordneter aus Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) und Dr. Ralf Stegner MdL, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag von Schleswig-Holstein und stellvertretender Bundesvorsitzender, waren am 23. Mai 2018 in der Gemeinschaftsschule NeumĂŒnster-Brachenfeld zu Gast.

Im voll- besetzten Theatersaal begrĂŒĂŸten Schulleiter Thore Schwilp und die organisierenden Lehrer Niko KlotzbĂŒcher und Maike Vos den 11. und 12. Jahrgang. Die Veranstaltung fand im Rahmen des schulischen Projekts Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von den SchĂŒlersprechern Yannick und Michelle.

Nach einem Grußwort von Dr. Ralf Stegner sprach Diaby zu seinem Weg vom Senegal in den Deutschen Bundestag. Seinen Vortrag strukturierte er anhand verschiedener Lebensabschnitte, entnommen seiner Autobiografie. Er erzĂ€hlte von seiner Kindheit und seinem Aufwachsen im Senegal als Waisenkind, das bei seinem Schwager herzlich aufgenommen und großgezogen wurde. Er kam in ein Internat und ĂŒber seine Familie sowie ein Stipendium nach Deutschland zum Studium. Danach studierte er Chemie und promovierte. Dabei ist fĂŒr Diaby Willy Brandt der Grund gewesen, Sozialdemokrat zu werden. Sein Spruch: „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“ wurde fĂŒr Diaby zum Leitspruch auch fĂŒr sein Engagement fĂŒr eine soziale Bildungspolitik, die dadurch geprĂ€gt ist, dass diese jedem Kind unabhĂ€ngig von der Einkommenssituation im Elternhaus gleiche Chancen bieten soll. Das ist sein grundlegendes Ziel und seine Motivation, politische Arbeit zu leisten. Auf den einleitenden Hinweis von Schulleiter Thore Schwilp, dass wir die erste Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein sind, antwortete Dr. Ralf Stegner: Die Gemeinschaftsschule NeumĂŒnster-Brachenfeld ist nicht nur die erste Gemeinschaftsschule, sondern auch die beste Schule, die genau dieses Bestreben von Herrn Diaby fördert. Jeden SchĂŒler und jede SchĂŒlerin mit seinen FĂ€higkeiten abzuholen und jedem eine individuelle Lern- und Entwicklungsperspektive zu bieten, das ist hier bestens gelungen, so Stegner.

In der anschließenden einstĂŒndigen Diskussion mit den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern wurden zahlreiche Fragen an die Referenten zu Diabys Biografie und Werdegang gestellt. Auch zu politischen Fragestellungen bezogen Stegner und Diaby Stellung. So ist es fĂŒr Stegner klar, dass Waffenexporte ins Ausland eingestellt werden mĂŒssen. Grundtenor der Veranstaltung war zudem der Grundsatz: „Wehret den AnfĂ€ngen!“ Der Rassismus im Alltag ist schon vorhanden, so war fĂŒr Karamba Diaby die VerdĂ€chtigung des Schwarzfahrens nur aufgrund seiner Hautfarbe ein einschneidendes Ereignis.
Die Kandidatur von Karamba Diaby in Halle an der Saale hatte bei seiner Erstkandidatur fĂŒr Furore gesorgt. Ein Kandidat mit afrikanischen Wurzeln in einem ostdeutschen Bundestagswahlkreis, dafĂŒr interessierten sich nicht nur der Spiegel, sondern auch die New York Times. Damals gab es noch die Vorstellungen von „no go areas“ und Diaby reagierte darauf, dass Halle an der Saale eine weltoffene und bunte Stadt ist, in der verschiedene Kulturen miteinander friedlich leben.
FĂŒr Diaby und Stegner steht auch fest, dass Menschen, die Andere aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren, nichts in der Politik und der Gesellschaft verloren haben und deutliche Akzente gesetzt werden mĂŒssen. Rassismus bekĂ€mpft man nur, indem aktiv darauf aufmerksam gemacht wird, indem man mit ĂŒberzeugenden Argumenten die oft dumpfen rassistischen Ideologien aushöhlt. Dazu tragen solche Veranstaltungen,
wie die heutige, enorm bei, so Stegner und Diaby unisono.

Die GemS Brachenfeld bedankt sich bei den Referenten fĂŒr das Kommen und eine Folgeveranstaltung ist ausdrĂŒcklich von der SchĂŒlerschaft und Schulleitung gewĂŒnscht. Die Dynamik des Vortrags von Herrn Diaby trug auch mit zu dem enormen Interesse und Fragen-aufkommen der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde bei. Der Name „Karamba“ steht fĂŒr den Schwung, den Dr. Karamba Diaby, mit nach NeumĂŒnster gebracht hat. Eine beeindruckende Persönlichkeit, die mit Leidenschaft Politik betreibt und nicht nur dem Label nach fĂŒr Karamba steht. Auf die Frage einer SchĂŒlerin, ob er auch als Vorbild fĂŒr Menschen mit Migrationshintergrund gesehen wird, sagte Diaby, dass viele ihn so sehen.
Er selbst möchte viele junge Menschen dazu motivieren, in die Politik zu gehen. Die Klassen- und SchĂŒlersprecher bat er, sich sich zu melden und betonte: „Sie sind die nĂ€chsten Abgeordneten im Parlament“. Wenn man bedenkt, dass vor kurzem ein Jugendgemeinderat in NeumĂŒnster gewĂ€hlt wurde, in dem auch mehrere SchĂŒler der GemS vertreten sind, eine nicht weit hergeholte Aussage. Nicht nur durch diese direkte Ansprache und seine Dynamik eroberte Karamba Diaby die Herzen der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler im Sturm. Vielen Dank an alle Beteiligten, auch bei Silas RĂŒhmann, der fĂŒr die Fotos zur Veranstaltung zustĂ€ndig war. Herzlichen Dank!

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