Viel Schwung in GlitzerkostĂŒmen

21. Mai 2017 | Von | Kategorie: Lesenswertes
Ausverkaufte Premiere des Musicals Cabaret in der Gemeinschaftsschule Brachenfeld war richtig gut inszeniert.
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Fotos: Szislo

In der Gemeinschaftsschule Brachenfeld wurde am Mittwochabend gesungen, getanzt und geschauspielert: Bei der ausverkauften Premiere des Musicals Cabaret stellten die SchĂŒler und alle Mitwirkenden ihr großes Können unter Beweis und begeisterten die rund 250 Zuschauer.

Etwa 50 SchĂŒler der Klassen 9 bis 13 wirkten an der Produktion durch das Junge Musicaltheater mit. Zwei Lehrer, Tilmann Weiherich und Christian Schröder, leiten das Projekt gemeinsam und studieren alljĂ€hrlich ein Musical ein. „Letztes Jahr war es Fame, dieses Mal dĂŒrfen wir Cabaret auffĂŒhren, ein weltberĂŒhmtes StĂŒck. Wir sind sehr froh, dass wir die Rechte dafĂŒr bekommen haben“, sagte Weiherich.

Sein Kollege Christian Schröder ergĂ€nzte: „Es ist ein ernsteres Thema und leider auch ein aktuelles: die Ausgrenzung von Leuten, die anders sind.“ Die Geschichte von Cabaret beginnt 1929 in Berlin, wo viele Menschen im Kit-Kat- Club, einem Nachtklub, zusammengefĂŒhrt werden: Die SĂ€ngerin Sally Bowles (gespielt von Joana GrĂ€b), der amerikanische Journalist Cliff Bradshaw (Sebastian Naudiet), die Vermieterin FrĂ€ulein Schneider (Katja Winter), der NS-FunktionĂ€r Ernst Ludwig (Ole Pannenberg), die junge Mieterin FrĂ€ulein Kost (Carla Kaack) und der jĂŒdische HĂ€ndler Herr Schulz (Jason Zeichner).

Mit dem Nationalsozialismus legt sich der fröhliche Trubel im Kit-Kat- Club, und nach und nach sind auch dort die politische Meinung und die Herkunft gefragt. Die Verlobung zwischen FrĂ€ulein Schneider und Herrn Schulz wird aufgelöst, Cliff Bradshaw flieht zurĂŒck nach Amerika und auch die SĂ€ngerin Sally Bowles kann nicht lĂ€nger die Augen verschließen, obwohl sie doch meinte: „Der Kit-Kat-Club ist der unpolitischste in Berlin!“ Doch der Amerikaner Cliff macht ihr vor seiner Flucht deutlich: „Wenn du nicht dagegen bist, bist du dafĂŒr.“

Der ConfĂ©rencier, gespielt von Yannik SchĂŒtt, fĂŒhrte durch den Abend im Cabaret und fiel mit einer schwarzen Lederhose, einem toll geschminkten Gesicht und vielen schwungvollen Tanzeinlagen auf. Auch alle anderen Schauspieler, meist in knappen, glitzernden KostĂŒmen, passend zum Etablissement, setzten sich selbstbewusst und mit tollen Stimmen in Szene, sodass sich der Zuschauer fĂŒhlte wie in Berlin 1929.

Das Orchester lieferte einen tollen Klang. Ebenfalls beeindruckend war das BĂŒhnenbild, das auf der linken Seite eine Bar, in der Mitte eine große BĂŒhne und auf der rechten Seite ein Pensionszimmer zeigte.

Leiter Tilmann Weiherich bedankte sich bei Elisabeth Richter und Folke Walrodt, einem ehemaligen SchĂŒler der GS Brachenfeld. „Ohne diese professionelle Hilfe hĂ€tten wir das so nicht hinbekommen. Gerade auch die tollen Lichtkonzepte und die KostĂŒme machen viel aus“, sagte Weiherich.

Der ehemalige IGS-Lehrer Asmus Thomsen (80) ließ sich die Premiere des Musicals nicht entgehen und saß mit seiner Frau im Publikum. „Das war hinreißend. Ich bin beeindruckt, was hier auf die Beine gestellt wurde“, sagte er ĂŒber die AuffĂŒhrung. Er und die anderen GĂ€ste spendeten den jungen KĂŒnstlern am Ende viel, viel Beifall.

Weitere AuffĂŒhrungen sind am 23. und 31. Mai und am 1., 7., 8. und 9. Juni (19 Uhr) in der Schule.

Text: Thorsten Geil

Quelle: https://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/viel-schwung-in-glitzerkostuemen-id16856691.html

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