Bekannter KĂŒnstler inspirierte die SchĂŒler

10. November 2015 | Von | Kategorie: Jahrgangsstufe 9/10, Lesenswertes
ZehntklÀssler der GS Brachenfeld haben eine besondere Installation geschaffen.
Castle Inn 2.1

Die SchĂŒler Levi Hackbarth (15, links) und Lars Thomsen (15) aus der Klasse 10 e haben an der Installation gearbeitet, in der nicht alles so ist, wie es zunĂ€chst scheint. Foto: Alexandra Bury

Ein ausgestopfter Greifvogel, eine US-amerikanische Flagge, ein VogelhĂ€uschen und gutbĂŒrgerliches Mobiliar – ist das Kunst, oder kann das weg? Es kann Kunst sein. Das beweisen zurzeit die SchĂŒler der Klasse 10 e der Gemeinschaftsschule Brachenfeld, die aus einem bunten Sammelsurium von GegenstĂ€nden eine Installation geschaffen haben.

Th_Brinkmann

Er ist das Vorbild: Der KĂŒnstler Thorsten Brinkmann sitzt in seinem Kunstwerk „Castle Inn“. Foto: Alexandra Bury

„Es ist ein Spiegel der Gesellschaft“, beschreibt der SchĂŒler Anton Wessel (15) das Projekt. Gemeinsam mit ihrem Kunstlehrer Ulf Eichler und unter der Leitung des MuseumspĂ€dagogen Wilhelm BĂŒhse haben die Jugendlichen am Kooperationskonzept der Herbert-Gerisch-Stiftung „Arbeiten wie die KĂŒnstler“ teilgenommen. Vorbild ist das Werk „Castle Inn“ des international bekannten Berliner KĂŒnstlers Thorsten Brinkmann, das kĂŒrzlich noch in der Gerisch-Stiftung zu sehen war. Er hatte dort seinen mobilen Container platziert, der mit allerlei Trödel zu einem Raum ausgestattet worden war, in dem von einem alten Plattenspieler Volksmusik leierte.

Das begehbare Werk gefiel vielen SchĂŒlern auf Anhieb: „Außerdem war es praktisch gut umzusetzen“, erklĂ€rt Anton. Entstanden ist eine etwa vier Quadratmeter große Holzbox, in der sich bekannte GegenstĂ€nde des Alltags in einem ungewohnten Arrangement vereinen: Ein Spiegel an der Decke, ein Schaukelpferd an der Wand oder ein verfremdeter Kalender – die Dinge haben ihren Nutzwert verloren. „Aber sie bekommen durch den neuen Kontext eine neue Bedeutung“, erklĂ€rt Carlotta Waldeck (15). „Der Raum bekommt etwas Surreales durch das ZusammenwĂŒrfeln von Bekanntem“, meint Levi Hackbarth (15).

Vor den Sommerferien hatten die Jugendlichen auf dem Großflecken Passanten angesprochen und um GegenstĂ€nde fĂŒr ihr Kunstwerk gebeten. „Wir mussten erklĂ€ren, was wir vorhaben, und einige waren richtig begeistert“, erinnert sich Anton. „Das Nachbilden ist ja auch ein Nachvollziehen. Außerdem fordert es den SchĂŒlern abstraktes Denken ab und erweitert den Horizont“, erlĂ€utert der Kunstlehrer Ulf Eichler.

Thorsten Brinkmann wollte beim Eröffnungstag eigentlich dabei sein, war aber kurzfristig verhindert. Die Kunstbox in der Pausenhalle der Gemeinschaftsschule Brachenfeld am Pestalozziweg 5 ist nach vorheriger Anmeldung im GeschÀftszimmer öffentlich anzusehen.

Text und Bild: Alexandra Bury

Quelle: http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/bekannter-kuenstler-inspirierte-die-schueler


Arbeiten wie die KĂŒnstler

Fotos: U. Eichler

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